„Schlimm ist nicht, wenn der Sex weniger wird – sondern wenn Partner nicht darüber reden“

in Audio/Interview/Wissenschaft

Das Interview mit der Sexualmedizinerin Dr. Carla Thiele zum Nachhören (13 min):

 

Illustration: Franziska Barnieske
Illustration: Franziska Barnieske

Was hat Depression mit Sex zu tun? Wollen Depressive immer nur weniger Sex – oder wollen manche Erkrankte auch mehr als zuvor? Und wie können die Partner von Depressiven damit klarkommen, wenn die körperliche Nähe weniger wird?

Dr. Carla Thiele, Fachärztin für Innere Medizin und Sexualtherapeutin, berät in ihrer Leipziger Praxis alle Arten von Menschen mit sexuellen Problemen. Dazu gehören Patienten mit Erektionsstörungen ebenso wie psychisch kranke Menschen, etwa Depressive. Im Interview am Rande des 3. Deutschen Patientenkongresses Depression erklärt die Sexualmedizinerin, wann Beziehungen scheitern, die mit einer Depressionserkrankung konfrontiert sind – und wie viele Paare die gemeinsame Herausforderung meistern.

Dabei sei – wie so oft in einer Partnerschaft – eine gute Kommunikation der Schlüssel. Zudem müssten Paare sich von einem holzschnittartigen Verständnis von Nähe und Sex verabschieden, so Thiele: Sexualität funktioniere bei viele Paaren wie ein Lichtschalter, der entweder komplett an oder aus geschaltet werde. Wenn Paare allerdings nach diesem Alles-oder-Nichts-Prinzip handelten, bleibe es in Sachen Sexualität die meiste Zeit „einfach nur dunkel“. Die Sexualmedizinerin empfehlt daher ein breiteres Verständnis von körperlicher Nähe: „Wenn man eine Art Dimmer hat – wenn es also Abstufungen gibt -, dann merke ich: Ganz dunkel ist es eigentlich selten.“

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